Wer eine Gimbal-Kamera für die Hosentasche sucht, kommt an der Osmo-Pocket-Reihe von DJI kaum vorbei. Vom Pocket 2 bis hin zum neuesten Doppelobjektiv-Modell Pocket 4P war jedes Upgrade ein solider Schritt nach vorn. Doch bei so vielen technischen Daten verliert man leicht den Überblick, welches Modell wirklich passt. Keine Sorge, wir schauen uns die Fakten direkt an und klären die Unterschiede.

Bildqualität im Fokus: Der Generationensprung bei Sensor und Objektiv
Der Pocket 2 nutzt einen 1/1,7-Zoll-Sensor mit 64 Megapixeln sowie ein Objektiv mit einer Kleinbildbrennweite von 20 mm und einer Lichtstärke von f/1,8. Er liefert solide Videos in 4K mit 60 fps und Zeitlupen in 1080p mit 240 fps, hinkt bei Dynamikumfang und Schwachlichtverhalten jedoch deutlich hinterher. Trotz der hohen Fotoauflösung fehlt den Bildern die Rauschfreiheit und plastische Tiefe eines größeren Sensors.
Der Pocket 3 machte hier einen riesigen Schritt nach vorn. Er setzt auf einen echten 1-Zoll-CMOS-Sensor mit unveränderter 20-mm-Brennweite und Blende f/2,0. Die Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen wirken im Vergleich zum Pocket 2 wesentlich sauberer. Zudem unterstützt er 10-Bit D-Log M sowie HLG und bietet einen Dynamikumfang von etwa 12,5 Blendenstufen. Mit Zeitlupenaufnahmen in bis zu 4K bei 120 fps bleibt er auch heute noch ein absolut zuverlässiges Werkzeug für den Alltag.
Beim Pocket 4 wurde der Sensor weiter aufgewertet. Fotos erreichen nun 37 Megapixel und Videos unterstützen echtes 10-Bit D-Log mit einem Dynamikumfang von rund 14 Blendenstufen. Bei Zeitlupen macht das Modell einen großen Sprung auf 4K bei 240 fps. Die Motiverkennung nutzt nun ActiveTrack 7.0 und lässt sich mit einem bis zu 4-fachen Digitalzoom kombinieren. Außerdem bietet die Osmo-Pocket-Serie ab dieser Generation internen Speicher, was auch die Dateiübertragung beschleunigt.
Der Pocket 4P ist das neueste Doppelobjektiv-Flaggschiff. Er erweitert das System um eine dedizierte Telekamera mit 60 mm KB-Äquivalent, Blende f/1,8 und einem 1/1,28-Zoll-Sensor. Der Weitwinkelbereich setzt weiterhin auf den 1-Zoll-Sensor mit 20 mm f/2,0, nutzt aber LOFIC-Technologie, wodurch der Dynamikumfang auf etwa 17 Blendenstufen steigt und D-Log 2 freigeschaltet wird. Damit erhalten Sie einen echten optischen 3-fach-Telezoom, dessen Bildqualität selbst bei einer bis zu 12-fachen Vergrößerung gut nutzbar bleibt. Zeitlupen gelingen im Weitwinkel mit 4K bei 240 fps und im Telebereich mit 4K bei 200 fps. Der Kompromiss liegt auf der Hand: Das Gehäuse ist mit 230 Gramm spürbar schwerer und größer, während die Akkulaufzeit im Vergleich zum Pocket 4 etwas geringer ausfällt.
Alltagserfahrung: Akku, Speicher und Display
Die Akkulaufzeit hat sich von Generation zu Generation gesteigert. Der Pocket 2 schafft etwa 140 Minuten, der Pocket 3 rund 166 Minuten und der Pocket 4 reicht für bis zu 240 Minuten. Beim Pocket 4P sinkt die Laufzeit aufgrund des Dual-Kamera-Systems wieder auf etwa 210 Minuten. In der Praxis unterwegs fällt der Unterschied zwischen dem Pocket 4 und dem Pocket 4P jedoch kaum ins Gewicht.
In puncto Speicher sind Pocket 2 und Pocket 3 vollständig auf eine microSD-Karte angewiesen. Der Pocket 4 und der 4P bieten dagegen über 100 GB internen Speicher. Das macht das Filmen direkt nach dem Einschalten möglich und erspart einiges an Aufwand.
Die Displaygröße wuchs beim Pocket 3 auf 2 Zoll an. Dieses Format behalten die nachfolgenden Modelle bei, schrauben jedoch die Helligkeit weiter hoch, sodass das Bild bei direktem Sonnenlicht besser ablesbar ist. Die Stabilisierung des 3-Achsen-Gimbals ist in der gesamten Reihe hervorragend. Allerdings bieten die neueren Modelle eine deutlich intelligentere Objektnachführung und flexiblere Zoomoptionen. Das Doppelobjektiv des Pocket 4P eignet sich besonders für alle, die häufig zwischen Weitwinkel-Übersichten und Porträt-Ausschnitten wechseln möchten, ohne auf starken Digitalzoom zurückgreifen zu müssen.
Lohnt sich der Kauf der älteren Modelle Pocket 2 und Pocket 3 noch?
Für die meisten Nutzer ist der Pocket 2 im Jahr 2026 nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Der kleine Sensor offenbart bei wenig Licht und beim Dynamikumfang deutliche Schwächen. Zudem sind die Zeitlupen-Funktionen eingeschränkt, der Akku hält kürzer und praktische Features wie flache Log-Farbprofile für die Nachbearbeitung oder interner Speicher fehlen. Nur bei einem extrem niedrigen Preis und der Nutzung als Einsteiger- oder Zweitkamera bleibt er eine Überlegung wert.
Beim Pocket 3 sieht das ganz anders aus. Seine Bildqualität ist nach wie vor hervorragend. Die Aufnahmemöglichkeiten mit 4K bei 120 fps sowie das Stabilisierungssystem reichen völlig aus und die Preise auf dem Gebrauchtmarkt oder im Angebot sind attraktiv. Wenn Sie hauptsächlich Alltagsvideos, Reiseclips oder Inhalte für Social Media aufnehmen und auf internen Speicher sowie optischen Telezoom verzichten können, ist der Pocket 3 nach wie vor eine sehr kluge Wahl.
Natürlich setzt der Pocket 4 mit mehr Akkulaufzeit, höheren Bildraten, einem helleren Display, internem Speicher und verbessertem Tracking noch einen drauf. Der Pocket 4P bietet Creators wiederum die größte Gestaltungsfreiheit. Wer maximalen Dynamikumfang, Gestaltungsspielraum durch ein Teleobjektiv sowie optische Tiefenschärfe und Raumkompression sucht, findet hier das Maß der Dinge. Wenn das Budget es zulässt, ist er derzeit die erste Wahl.
Kurze und direkte Kaufempfehlung
- Sehr knappes Budget oder grundlegende Anforderungen: Greifen Sie zum reduzierten Pocket 3.
- Wunsch nach einem langlebigen Allrounder: Wählen Sie den Pocket 4.
- Maximale Flexibilität beim Filmen und höchste Bildqualität: Nehmen Sie den Pocket 4P.
- Vom Kauf eines fabrikneuen Pocket 2 ist abgesehen von extremen Schnäppchen abzuraten.
Die schlussendliche Entscheidung hängt von Ihrem Budget und Ihren Anforderungen ab. Der Schritt vom Pocket 2 auf den Pocket 3 war ein Quantensprung in der Bildqualität. Die Entwicklung hin zum 4 und 4P brachte weitere Verfeinerungen bei Bildraten, Akkulaufzeit, Dual-Kamera-System und Dynamikumfang. Sobald Sie wissen, welche Funktionen am besten zu Ihren Aufnahmegewohnheiten passen, fällt die Wahl ganz leicht.