Balmuda ist bekannt für gutes Design und verleiht Alltagsgegenständen das gewisse Etwas. Beim Einstieg in den Markt für Akku-Staubsauger blieb die Marke diesem Ansatz treu: Ein Staubsauger darf offen im Raum stehen, ohne wie ein Störfaktor zu wirken, und bietet gleichzeitig mehr Bewegungsfreiheit.

Sowohl der ursprüngliche The Cleaner (C01A) als auch der spätere The Cleaner Lite (C02A) verfolgen dieses Konzept. Vier Jahre nach der Einführung des Lite ist die Produktion nun eingestellt worden. Lohnt sich der Kauf dieser beiden Modelle heute noch?
Das Original: Design an erster Stelle – Gewicht und Akkulaufzeit als Preis
Der ursprüngliche Balmuda Cleaner kam um 2020 auf den Markt. Er überzeugt mit einer schlanken, fast architektonischen Silhouette und nutzt die sogenannte „Hover Technology“. Durch zwei gegenläufig rotierende Bürsten und eine frei schwenkbare Düse entsteht ein Reibungsgefühl, das eher an das Fegen mit einem Besen erinnert als an einen gewöhnlichen Stielstaubsauger. Dadurch lässt er sich besonders leicht durch kleine Wohnzimmer und um Möbelbeine herum manövrieren.
Die Nachteile waren jedoch schon damals unübersehbar. Mit einem Gesamtgewicht von etwa 3,1 kg ist das Gerät nach heutigen Maßstäben recht schwer. Die Akkulaufzeit beträgt im Standardmodus rund 30 Minuten und fällt im Max-Modus auf magere 10 Minuten ab. Der Staubbehälter fasst nur knapp 0,13 Liter und muss dementsprechend oft geleert werden. Die Saugkraft reicht für Hartböden und leichten Schmutz völlig aus, ist im Gesamtvergleich der Staubsaugerbranche aber eher durchschnittlich.
Lite: Leichter, schlanker, flexibler
Zwei Jahre später erschien The Cleaner Lite, der das Nutzungserlebnis in einigen Punkten spürbar verbesserte. Das Gewicht sank auf rund 2,2 kg – fast ein Kilo weniger als das Original. Die Bodendüse wurde von knapp 5 cm auf etwa 4 cm reduziert, was das Gerät insgesamt kompakter macht und die Erreichbarkeit unter niedrigen Möbeln verbessert.
Laut Balmuda konnte die Staubaufnahme dank eines optimierten Luftstroms und neuer Lamellenbürsten um 42 % gesteigert werden, während gleichzeitig weniger Haare verfangen bleiben. An der Akkulaufzeit änderte sich allerdings nichts, und das Volumen des Staubbehälters wurde sogar minimal verkleinert. Immerhin sorgt ein neuer, herausnehmbarer Akku für etwas Abhilfe – vorausgesetzt, man legt sich einen Zweitakku zu.
Im Alltag zeigt sich der Lite deutlich agiler. Er bewahrt das charakteristische Gleitgefühl des Originals, ist jedoch leichter und bei längerer Nutzung wesentlich kräfteschonender, besonders im Handheld-Betrieb. Das Design bleibt das Highlight: Beide Modelle wirken wie bewusst gestaltete Objekte und nicht wie reine Gebrauchsgegenstände.
Der Rückstand auf spezialisierte Staubsaugermarken
Ein Vergleich der beiden Balmuda-Modelle mit den aktuellen Marktführern lässt einen deutlichen Abstand erkennen. Aktuelle Dyson-Akkusauger wie der V15 Detect und dessen Nachfolger bieten deutlich mehr Saugkraft, Laser-Stauberkennung, längere Laufzeiten sowie größere Staubbehälter. Marken wie Shark und Tineco punkten mit solider Leistung und starker Ausstattung zu günstigeren Preisen. Saugroboter von Anbietern wie Roborock erledigen die tägliche Reinigung sogar nahezu von allein.
Keines dieser Geräte kann zwar die visuelle Schlichtheit von Balmuda ganz erreichen, doch die meisten hängen Balmuda in Sachen Reinigungsleistung, Akkulaufzeit und Staubkapazität weit ab.
Kaufempfehlung für 2026
Die Produktion des The Cleaner Lite wurde Anfang 2026 eingestellt. Restbestände werden derzeit rabattiert angeboten, teilweise deutlich unter der ursprünglichen Unverbindlichen Preisempfehlung von 64.900 Yen (ca. 350 Euro). Der Kundendienst bleibt nach wie vor bestehen. Das Originalmodell wird schon länger nicht mehr hergestellt und ist primär auf dem Gebrauchtmarkt zu finden.
Zu Abverkaufspreisen ist der Lite durchaus attraktiv für eine bestimmte Zielgruppe: Menschen, die Wert auf Design und Handhabung legen, überwiegend Hartböden nutzen und ein Gerät suchen, das sich harmonisch in das Wohnambiente einfügt. Das häufige Entleeren des Behälters und die begrenzte Akkulaufzeit bleiben jedoch Minuspunkte. Wer dicke Teppiche hat oder in einem Haushalt mit stark haarenden Haustieren lebt, greift besser zu einem leistungsstärkeren Standardmodell.
Vom Kauf des Originals ist hingegen eher abzuraten, es sei denn, der Preis ist unschlagbar niedrig. In fast allen Fällen bietet der Lite durch die leichten Verbesserungen das überlegene Nutzungserlebnis. Letztlich können beide Modelle in technischer Hinsicht nicht mit den Geräten etablierter Staubsaugermarken mithalten, weshalb ihr wahrer Wert vor allem in ihrem einzigartigen Design liegt.