Apple plant mit iOS 17.4 eine ganze Reihe großer Änderungen

Mit dem Update auf iOS 17.4 plant Apple einige radikale Änderungen. Grund hierfür ist das endgültige Inkrafttreten des Digital Markets Act in Europa.

Das Update auf iOS 17.4 wird groß. Es bringt nicht nur den App-Download aus Drittanbieter-Shops, auch neue Bezahlmethoden und Emojis kommen so aufs iPhone. Viele der Änderungen führt Apple allerdings nicht freiwillig durch. Das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act – DMA) in Europa zwingt den Hersteller dazu.

Apple öffnet sich erstmals für alternative App-Shops
Bislang konnten Nutzer eines iPhones Anwendungen nur aus dem hauseigenen App Store von Apple laden. Mit dieser Beschränkung wollte Apple eine hohe Sicherheit und Kontrolle gewährleisten. Laut Definition des DMA gilt das Unternehmen mit seinem App Store jedoch als sogenannter Gatekeeper. So werden Plattformen bezeichnet, die eine starke wirtschaftliche und generell einflussreiche Position innehaben und/oder die eine große Nutzerschaft zählen. Apple muss somit bestimmte Richtlinien in der EU erfüllen und kann nicht mehr ausschließlich nach eigenem Ermessen agieren.

Lange sträubte sich das Unternehmen gegen das neue Regelwerk und versuchte sogar, vor Gericht zu erwirken, nicht als Gatekeeper definiert zu werden – ohne Erfolg. Apple verkündete am 25. Januar, die im Digital Markets Act geforderten Auflagen nun doch zu erfüllen. Die dafür notwendigen Änderungen setzt das Unternehmen mit dem Update auf iOS 17.4 um.

Ein Kernpunkt des Updates ist die Öffnung von iOS für alternative App-Shops – auch Sideloading genannt. Nutzer steht es künftig also frei, Anwendungen nicht aus dem Apple App Store, sondern von einer Drittanbieter-Plattform zu laden. Voraussetzung dafür ist, dass der Download aus fremden Quellen in den iPhone-Einstellungen aktiviert ist. Nutzer können hier sogar den Standard-App-Shop ihrer Wahl festlegen.

Etwas Kontrolle behält sich Apple aber vor. Der Konzern kündigte an, das Sideloading nur aus zuvor geprüften Quellen zu erlauben, um ein gewisses Maß an Sicherheit und Datenschutz aufrechterhalten zu können. Betreiber von alternativen App-Shops müssen sich somit zunächst eine Freigabe von Apple einholen, um für den Download freigeschaltet zu werden. Der Download von Apps direkt von Webseiten ist somit nicht vorgesehen.

Auch Entwickler kommen weiterhin nicht an Apple vorbei und müssen ihre Apps zur Prüfung einreichen. Dabei können sie künftig festlegen, ob ihre Anwendungen zusätzlich oder sogar exklusiv in bereits geprüften alternativen App-Shops gelistet werden sollen.

iOS 17.4 bringt mehr Browser-Freiheit
Internet-Browser fürs iPhone mussten bislang auf Apples WebKit-Engine setzen. Fremde Browser-Engines hat Apple seit jeher verboten. Anbieter wie Google mit dem Chrome-Browser oder Mozilla mit Firefox mussten somit spezielle Varianten ihrer Browser bereitstellen. Doch dank des DMA fällt diese Hürde innerhalb der EU. Mit iOS 17.4 ist es erstmals möglich, Browser ohne WebKit-Engine auf Apple-Geräten zu nutzen. Auch können Nutzer erstmals abseits von Safari einen eigenen Standard-Browser festlegen, über den dann alle Links geöffnet werden.

Google beispielsweise arbeitet bereits seit Anfang 2023 an einer Browser-Version mit hauseigener Blink-Engine. Ähnliches gilt für Mozilla. Beide könnten somit wohl recht schnell eine Alternative anbieten.

Alternative Bezahlmethoden
Wer bislang mit dem iPhone kontaktlos bezahlen wollte, kam an Apple Pay nicht vorbei. Nur der hauseigene Bezahldienst konnte auf die NFC-Schnittstelle des iPhones zugreifen. Das ändert sich allerdings mit iOS 17.4. Künftig können Anwender selbst auswählen, welchen Dienst sie zur bargeldlosen Bezahlung nutzen möchten.

Neue Emojis
Bereits im vergangenen Sommer wurden im Rahmen von Emoji 15.1 neue Emojis vom Unicode-Konsortium bestätigt. Diese kommen mit iOS 17.4 endlich aufs iPhone. Mit dabei sind beispielsweise Motive wie ein brauner Pilz, ein kopfschüttelnder bzw. nickender Emoji sowie eine Limette und eine gesprengte Kette. Neu ist auch, dass insgesamt 108 Emojis nun die Richtung wechseln können. Sie lassen sich somit entweder nach links oder rechts gerichtet darstellen.

Wann kommt iOS 17.4?
Um die Auflagen des DMA zu erfüllen, muss Apple das Update auf iOS 17.4 bis spätestens 7. März für Nutzer zur Verfügung stellen. Die Neuerungen greifen allerdings nur innerhalb der EU, wo das Gesetz aktiv ist. Zudem sind sie vorerst nur für das iPhone, nicht aber für iPads vorgesehen. Plattformübergreifend soll lediglich die Möglichkeit für App-Anbieter sein, einen alternativen Bezahldienst zu Apples In-App-Kaufschnittstelle auszuwählen.

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