Zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung hat das Acer Liquid X2 seine wohl einzige verbliebene Aufgabe in der heutigen Zeit gefunden: als Notfall-Ersatzgerät einzuspringen, wenn dem eigentlichen Hauptsmartphone der Saft ausgeht. Das Gerät liegt bereits seit langer Zeit in der Schublade, und die einzige offene Frage ist, ob sich eine erneute Investition angesichts des gealterten Akkus und potenzieller Defekte überhaupt noch lohnt.

Abseits moderner Maßstäbe bewahrt es sich einige Eigenschaften, die heute selten geworden sind. Die Kunststoff-Rückabdeckung lässt sich ganz ohne Hitze oder Klebstoff mühelos per Hand abnehmen. Das Konzept mit drei SIM-Kartenslots erweist sich auf Reisen oder bei der Nutzung mehrerer Rufnummern nach wie vor als praktisch. Der größte Pluspunkt ist jedoch der herausnehmbare Akku, der sich ohne technisches Vorwissen wechseln lässt und die Wartung denkbar einfach macht.
Die Einschränkungen bei Hardware und Software sind allerdings unübersehbar. Das vorinstallierte Android 5.1 stellt eine unüberwindbare Hürde dar, da moderne Banking-Apps, Messenger oder Online-Karten längst nicht mehr installiert werden können. Der Arbeitsspeicher von 3 GB reicht zusammen mit dem alten System gerade einmal für Telefonate, SMS, die Taschenlampenfunktion und das Betrachten von Offline-Karten. Zudem ist der Ersatzteilmarkt weitgehend leergefegt: Abgesehen von Akkus von Drittherstellern sind Komponenten wie Displays oder Ladebuchsen kaum aufzutreiben, sodass jede Reparatur den eigentlichen Wert des Telefons bei Weitem übersteigen würde.
Funktioniert das Handy derzeit noch einwandfrei und leidet lediglich unter einem schwachen Akku, ist der Kauf eines günstigen Ersatzakkus zum Selbstaustausch durchaus sinnvoll. Ohne jegliche Lohnkosten verschafft man sich so wieder eine solide Erreichbarkeit für den Notfall. Sollte jedoch das Display gesprungen, die Hauptplatine defekt oder die Ladebuchse beschädigt sein, lohnt sich eine Reparatur keinesfalls. Geld in ein so veraltetes Gerät zu stecken ist unrentabel, da ein einfaches gebrauchtes Modell aus jüngerer Zeit eine deutlich bessere Nutzungserfahrung und höhere Sicherheit bietet.
Der beste Ansatz besteht darin, das Gerät als reines Ersatzhandy zu nutzen, in das kein weiteres Geld mehr fließt. Entfernen Sie überflüssige Software, lassen Sie es offline oder bestücken Sie es mit einer günstigen PrePaid-Karte. Ein monatliches Aufladen schützt den Akku vor Tiefentladung, während das Telefon ansonsten ruhig in der Ecke liegen bleiben kann. Solange keine zusätzlichen Reparaturkosten entstehen, bleibt dieses alte Smartphone eine verlässliche Absicherung für den Notfall.