Die Geschichte der Klapp-Smartphones ist ein einziges Auf und Ab. Zwei Jahre nach dem Start von Xiaomis erstem Flip-Phone, dem Mix Flip, prägen deutlich schlankere und intelligentere Geräte wie das Samsung Galaxy Z Flip 8 den Markt. Lohnt sich der Kauf des ersten Mix Flip heute überhaupt noch, oder ist das Gerät nur noch ein veralteter Ladenhüter?

Warum es damals ein Erfolg war
Als das Mix Flip 2024 auf den Markt kam, übertraf es die Erwartungen. Es war mit einem Flaggschiff-Prozessor und reichlich Arbeitsspeicher ausgestattet, bot die größte Akkukapazität in seiner Klasse und unterstützte schnelles kabelgebundenes Laden.
Das Display und die Kameras gehörten zu den absoluten Highlights. Das Außendisplay war groß genug, um vollwertige Apps auszuführen und nicht nur Widgets anzuzeigen. Das Innendisplay überzeugte mit hoher Helligkeit und hervorragender Darstellung. Statt eines weit verbreiteten Ultraweitwinkel-Objektivs verbaute Xiaomi eine Telekamera, was sich im Alltag als äußerst praktisch erwies.
Im Alltag überzeugte das Smartphone mit kompakten Maßen, solider Verarbeitung und einem Scharnier, das im zusammengeklappten Zustand kaum einen Spalt ließ. Der Akku reichte zudem problemlos für einen vollen Nutzungstag.
Wo das Gerät heute hinterherhinkt
Schon bei seinem Verkaufsstart war das Smartphone nicht perfekt, doch heute fallen die Schwächen noch deutlicher ins Gewicht: Es fehlt eine Schutzklasse für Staub- und Wasserschutz, ebenso wie die Unterstützung für kabelloses Laden und eSIM. Unter hoher Last neigt das Gerät zum Überhitzen und drosselt die Leistung. Das Betriebssystem basiert auf einer älteren Version und erhält nicht mehr viele Updates. Zudem ist der Displayfalz relativ tief und die App-Anpassung für das Außendisplay erreicht nicht das Niveau von Samsung.
Direkter Vergleich mit aktuellen Modellen
Der aktuelle Maßstab heißt Galaxy Z Flip 8. Es ist dünner, leichter und nutzt einen neueren Prozessor. Zudem bietet es ausgereiftere Software fürs Außendisplay, fortschrittliche KI-Funktionen, kabelloses Laden sowie eine robustere Bauweise und einen längeren Update-Support. Trotz kleinerem Akku und etwas langsamerem Laden bietet es das spürbar bessere Gesamtpaket.
Das Motorola Razr Ultra punktet zwar bei Akku und Leistung, ist aber auch teurer. Xiaomis eigener Nachfolger, das Mix Flip 2, bietet zwar verbesserte Hardware, erschien aber nie global und fällt raus, da Xiaomi die Flip-Reihe vorerst pausiert hat.
Auf dem Papier hält das erste Mix Flip beim Akku, der kabelgebundenen Ladezeit und der Telekamera weiterhin mit. Bei Gehäusedicke, Wasserschutz, Software-Performance, kabellosem Laden und der allgemeinen Verarbeitung liegt es jedoch hinter den Modellen von 2026 zurück.
Der Preis als einziger entscheidender Faktor
Zwei Jahre nach Marktstart ist der Preis für ein neues Mix Flip drastisch gefallen, während das Z Flip 8 weiterhin zu stolzen Einstiegspreisen verkauft wird. Genau dieser enorme Preisunterschied ist das einzige verbleibende Argument für das Mix Flip.
Kaufempfehlung
Wenn du das Mix Flip zu einem sehr günstigen Preis ergattern kannst und weder auf die neuesten KI-Features noch auf Wasserschutz angewiesen bist, erhältst du nach wie vor ein praktisches und kompaktes Alltagssmartphone.
Soll das Smartphone jedoch auch in den nächsten drei bis vier Jahren noch auf der Höhe der Zeit sein, solltest du die Finger davon lassen. Das Galaxy Z Flip 8 oder ein reduziertes Razr Ultra sind die deutlich zukunftssicherere Wahl.